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Was sind denn eigentlich Kohlenhydrate

Gute Frage... Besonders weil wir ja eher zu denjenigen welchen gehören, die davon abraten zu viele davon zu sich zu nehmen. 

 

Lassen wir für den Anfang die Frage nach dem „gut“ oder „böse“ außer acht und konzentrieren uns auf die eigentliche Frage – was sind Kohlenhydrate. 

 

Kohlenhydrate bestehen aus vielen verschiedenen Verkettungen von Kohlenstoffatomen, Wasserstoffatomen und Sauerstoffatomen. Im Fachjargon sind sie als Saccharide oder Zucker bekannt. Chemisch gesehen ist also die Angabe „davon Zucker“ schon mal falsch den Kohlenhydrate und Zucker sind ein und dasselbe. Wichtig ist auch, dass es viele verschiedene „Zucker“ gibt, welche sich durch die Anzahl der verketteten Zuckermoleküle unterscheiden. 

 

So unterteilen wir Kohlenhydrate in:

1.     Einfachzucker (Monosaccharide)

z.B. Glucose oder Fructose

2.     Zweifachzucker (Disaccharide)

z.B. Lactose oder Saccarose (Haushaltszucker oder Rübenzucker) 

3.     Dreifachzucker (Trisaccharide) 

4.     Vielfachzucker (Polysaccharide)

z.B. Stärke und Ballaststoffe (Pektin oder Zellulose z.B.) 

 

Zu dieser Einteilung gibt es eine einfache Faustregel: je einfacher der Zucker, desto direkter steht er für den Körper als Energie zur Verfügung. Je komplexer der Zucker, desto mehr Energie muss aufgebracht werden ihn verwertbar zu machen. 

Platz 1 hält dabei die Glucose (Traubenzucker), welche sozusagen für uns schon als fertige Energie bereitsteht. Ganz hinten stehen die Ballaststoffe welche größtenteils gar nicht verdaut werden (jedoch besonders für viele der Bakterien im Darm sehr wichtig sind)

 

Neben den Fetten und den Proteinen gehören die Kohlenhydrate zu den Makronährstoffen, also zu den Nährstoffen, von denen wie viel brauchen (makro = groß) und aus denen wir unsere Energie beziehen. 

Im Gegensatz dazu gibt es die Mikronährstoffe. Von denen brauchen wir wesentlich weniger (mikro = klein). Das macht sie aber nicht unwichtig. Im Gegenteil! Mikronährstoffe, z.B. Vitamine oder Mineralstoffe, halten unser System am Laufen. (Was genau die Rollen der verschiedenen Makros und Mikros sind können Sie HIER nachlesen)

Makros sind demnach das Benzin, Mikros das Öl. 

 

Und damit kommen wir langsam aber sicher zu dem Problem. Zu viel Benzin und zu wenig Öl. Bei unseren Autos würden wir das nie zulassen! Bei unseren Körpern nehmen wir es da nur zu oft nicht so genau. 

 

Sind Kohlenhydrate nun schlecht?

Grundsätzlich nein. Wie schon erwähnt sind sie das Benzin für unseren Körper. Das Problem kommt mit der Menge. Wir nehmen einfach zu viele Kohlenhydrate zu uns. Allen voran ist der Anteil der von uns konsumierten Monosaccharide weit über ein gesundes Maß hinaus angestiegen. Erschwerend hinzu kommt, dass wir zunehmend kurzkettige Saccharide in unserer Nahrung vorfinden – das verbessert nämlich die Margen und somit die Gewinne. Mal ganz angesehen von Süßigkeiten finden wir zunehmend große Mengen in industriell gefertigten Produkten. Wer denkt schon bei einer leckeren Gewürzgurke an Zucker? Sollte man aber, denn neben Geschmacksträger (besonders in Verbindung mit Salz) ist Zucker auch ein hervorragendes Konservierungsmittel. 

Im Ende nehmen wir im Durchschnitt ein Vielfaches dessen an Zucker zu uns was gesund wäre – laut Statista oft sogar über dem 4-Fachen dessen was die WHO als Richtmenge angibt (idealerweise nicht mehr als 50g/Tag).

 

Warum mögen wir eigentlich Kohlenhydrate so gerne? 

Genau in dieser Frage liegt der Zucker begraben. Schuld ist die Evolution. Genauer gesagt ist unser Gehirn daran schuld. Das findet nämlich Zucker toll! Es weiß schließlich das Zucker gleich Energie ist – und besonders unser Hirn braucht Energie. Und damit wir uns auch ja um genügend Zucker kümmern, belohnt es uns sogar wenn wir welchen finden. Unser Hirn setzt Dopamin frei – auch bekannt als das Glückshormon. 

 

Nun haben wir gleich zwei Probleme bekommen. Erstens, wir müssen uns in der Regel nicht mehr um unsere Kohlenhydrate kümmern. Sie liegen in den wunderbarsten Formen im Regal vor uns. Ein Fest fürs Hirn... und durch die Ausschüttung des Dopamins auch ein Fest für uns.

 

Womit wir beim zweiten Problem wären. Dopamin ist ein Botenstoff unseres Gehirnes der bewirkt, dass wir uns gut fühlen. Es belohnt uns also dafür, dass wir ihm seinen „Stoff“ besorgt haben. Wie so vieles stammt auch dieser Mechanismus aus Zeiten, in denen eine kleine Belohnung für die Futterbeschaffung keine schlechte Maßnahme war. Heutzutage bekommen wir aber so viel Zucker das unser Gehirn langsam aber sicher abstumpft. Das Resultat: wir brauchen mehr für die gleiche Belohnung. 

 

Sind Kohlenhydrate wirklich so wichtig? 

Auf diese Frage gibt es ein eindeutiges JAIN...

Sagen wir es mal so: wenn wir wirklich ohne Kohlenhydrate nicht überleben könnten, hätten wir es nicht weit gebracht in unserer Evolution. 

Ja, der Körper nutzt sie mit Vorliebe für die benötigte Energie. Er hat aber auch Wege ohne bzw. mit sehr wenig Kohlenhydraten zurechtzukommen. 

Mal abgesehen von den Details zu dieser Aussage... deswegen speichern wir ja Reserven ein.

 

Und nun?

Entzug. So einfach und doch so schwer. 

Denn Sätze wie: „Brauche etwas Süßes für den Kopf“ haben sich sehr tief in unser Bewusstsein eingebrannt. Dumm nur, dass ein Schokoriegel in der Regel mehr als genug ist um uns am Laufen zu halten. 

Mehr dazu an einer anderen Stelle. 

Oder, für Kurzentschlossene, in unserem Shop ;)

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