· 

Der Ketoschnupfen

Sie wollen sich etwas gutes tun und rutschen gleich zu Beginn in einen Schnupfen. Macht keinen Sinn - ist aber so. Der Keto-Schnupfen - auch als Keto-Grippe oder Keto-Flu bekannt - ist nicht zwingend eine Nebenwirkung des Eintrittes in die Ketose. Und da Sie bei der Proweightless-Diät schnell in die Ketose kommen, wird dieser Schnupfen Sie ziemlich schnell erwischen. 

Sozusagen ein Schritt nach hinten, bevor es viele nach vorne gehen kann ;) 

Im Grunde ist es gar keine Erkältung um die es sich hier dreht. Sie fühlen sich nur so. Auch wenn Sie nicht jeden erwischt, über mindestens eine der folgenden Beschwerden berichten viele Kunden (und Ketofans): Erschöpft, Kopf- und oder Gliederschmerzen, Übelkeit bis hin zu „richtigen“ Erkältungserscheinungen wie Husten und Schnupfen - wobei Letztere eher selten vorkommen. 

Stellt sich die Frage: Warum? 

Bevor wir uns an die Antworten machen, noch einen kurzen Blick auf die Hintergründe. 

Unser Körper braucht Treibstoff. Für alles, was er so macht. Die Dinge, die wir kontrollieren wie zum Beispiel den Großteil unserer Bewegungen. Aber auch für die Dinge, über die wir uns zum Glück keine Gedanken machen müssen - wenigstens nicht im Idealfall - wie zum Beispiel Atmung, Herzschlag, viel Nerven- und Hirnaktivitäten. 

Ohne zu tief in die Materie einsteigen zu wollen - dieser Treibstoff ist Zucker. Genauer, Traubenzucker bzw. Glukose. 

So! Und genau das nehmen wir Ihnen jetzt weg. Ihr Auto würde ohne seinen Lieblingstreibstoff nicht weit kommen. Krepieren würde es. Eben diese Option ist für unseren Körper glücklicherweise keine. Wir hätten es auch in der Evolution nicht besonders weit geschafft wenn wir uns nicht einen Kniff hätten einfallen lassen - die Ketose, in der unser Körper „einfach“ umschaltet. Benzin auf Diesel sozusagen - oder auf Strom oder Wasserstoff… 

Nun mag er das ganz gut hinbekommen unser Körper - ein Hybrid sozusagen - aber ganz ohne etwas zu nörgeln macht er diese Umstellung dann doch nicht. 

Noch weniger gerne macht er sie, seit er daran gewöhnt ist, immer, zu jeder Zeit und in teils schon unerhörten Mengen Kohlenhydrate (und somit Zucker) zu bekommen. 

Womit wir auf zu den zwei Antworten für den Keto-Schnupfen machen können. 

 

Ersten, Sie sind auf Entzug! Ohne Umschweife, ohne das wir es schönreden müssen - ENTZUG. 

Das mag hart klingen - ist es auch. Es gibt seit mehreren Jahren Studien, welche sich im Ende damit befassen, ob wir Zucker wirklich als Droge bezeichnen können. Ob wir es mit Kokain vergleichen können und ob wir bei Zucker von einer Abhängigkeit sprechen können. Eine schöne Zusammenfassung bieten uns drei Forscher aus Frankreich mit einer Veröffentlichung aus dem Jahre 2013 (Ahmed, S., Guillem, K., Vandaele, Y.; Sugar addiction: pushing the drug-sugar analogy to the limit). Ihr Credo: Jepps, da ist was dran. Sie gehen sogar soweit zu sagen, dass die Effekte im Gehirn mehr als vergleichbar mit denen vom Kokain sind. 

 

So schlimm wie es sich nun anhören mag ist es dann aber auch wieder nicht. Im Ende ist einer der Vorteile der Proweightless-Diät, dass Sie nach schon 3-4 Tagen in der Ketose sind. 
Auf natürlichem Weg dauert dieser Prozess gerne ca. 10 Tage. Der einzig ähnlich schnelle Weg in die Ketose ist das Fasten!

 

Zweitens wird besonders am Anfang der Umstellung das sogenannte Glykogen abgebaut. Glykogen ist das kurz gesagt „ordentlich verpackte Glukose“, welche insbesondere in Muskeln und Leber abgespeichert werden. Wenn es eng wird mit den schnell zur Verfügung stehenden Kohlenhydraten, geht der Körper an diese ersten Speicher. Wie viele andere Polisaccaride ist dieses Glykogen ein großer Freund von Wasser (es ist hygroskopisch, bindet Wasser) und lässt sich daher gerne mit Wasser abspeichern. 

Wenn der Körper nun an diese ersten Speicher geht, verlieren wir neben dem Glykogen auch eine ziemliche Menge an Wasser - übrigens ein Grund, warum Sie zu Beginn einer Low-Carb Diät oder der Proweightless-Diät erst einmal ziemlich schnell Gewicht verlieren. 

 

Mit Blick auf unsere Keto-Grippe: aus eben diesem Prozess heraus bekommen wir Kopfschmerzen, Gliederschmerzen bis hin zu anderen Erkältungssymptomen. Im Ende fühlen Sie sich ausgelaugt wie bei einer Erkältung. 

All das mag jetzt nicht unbedingt für eine Umstellung des Körpers sprechen. Aber bedenken Sie einfach, dass Ihr Körper die Umstellung weg von seinem Lieblingsbenzin nicht unbedingt gleich mit wehenden Fahnen begrüßt. Wie wir selber hält er erst einmal am gewohnten fest - besonders weil er diese einst überlebenswichtige Funktion nicht mehr wirklich oft braucht. 

Wenn die Umstellung aber einmal geschafft ist und Sie jetzt noch in richtigen Maßen Proteine und Fette zu sich nehmen - das neue Benzin - dann steht einem erfolgreichen Gewichtsverlust nichts mehr im Weg!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0